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Ärztin untersucht das Ohr einer Frau mit dem Otoskop
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Sie wachen mit einem dumpfen, verstopften Ohr auf, vielleicht nach dem Duschen oder Schwimmen, und hören auf einer Seite schlechter? Sehr oft ist ein Ohrenschmalzpfropf die Ursache. Das ist nicht schlimm, sollte aber richtig behandelt werden.

In meinem Beruf sehe ich das fast jede Woche: Jemand kommt besorgt, weil er schlechter hört, manchmal überzeugt, dass das Hörgerät kaputt ist – und der Grund ist einfach ein Ohrenschmalzpfropf. Sobald er entfernt ist, klingt die Welt wieder wie vorher.

Ohrenschmalz ist kein Schmutz

Ohrenschmalz ist eine natürliche Substanz, die den Gehörgang schützt: Es hält ihn geschmeidig, fängt Staub und Bakterien ab und wandert durch die Kieferbewegungen von selbst nach aussen. Bei den meisten Menschen reinigt sich das Ohr selbst.

Manchmal sammelt sich das Ohrenschmalz jedoch an und verdichtet sich, bis es den Gehörgang verschliesst. Das passiert häufiger bei Menschen, die:

  • Wattestäbchen benutzen;
  • Hörgeräte, Ohrhörer oder Ohrstöpsel tragen;
  • einen engen Gehörgang haben oder viel Ohrenschmalz bilden;
  • älter sind, weil das Ohrenschmalz trockener wird.

Typische Anzeichen

Nahaufnahme eines Ohrs
  • verstopftes oder dumpfes Ohr;
  • schlechteres Hören auf einer Seite, oft plötzlich nach Kontakt mit Wasser;
  • Druckgefühl, manchmal ein leichtes Pfeifen;
  • bei Hörgeräten: Pfeifen (Rückkopplung) oder leiserer Klang.

Was Sie NICHT tun sollten

  • Wattestäbchen im Gehörgang. Sie schieben das Ohrenschmalz tiefer hinein und verdichten es: die häufigste Ursache für Pfropfen. Verwenden Sie sie nur für das äussere Ohr.
  • Ohrkerzen. Sie wirken nicht und können Verbrennungen verursachen.
  • Haarnadeln, Schlüssel oder andere Gegenstände. Gefahr von Kratzern, Entzündungen und Verletzungen des Trommelfells.
  • Spülungen in Eigenregie mit starkem Strahl, vor allem wenn Sie schon Probleme mit dem Trommelfell hatten.

Was Sie tun können

  • Aufweichende Tropfen: In der Apotheke gibt es Tropfen oder Sprays, die das Ohrenschmalz aufweichen. Man verwendet sie einige Tage lang nach Anleitung – nur wenn Sie keine Schmerzen haben und nie ein Loch im Trommelfell hatten.
  • Entfernung beim Arzt: Die Ärztin oder der Arzt, meist in der HNO-Praxis, entfernt den Pfropf in wenigen Minuten mit einer Spülung oder einem kleinen Absauggerät.

💡 Wer bezahlt? In der Schweiz entfernt meist die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt den Pfropf, und oft wird die Leistung nicht übernommen. Sprechen Sie vor einem Termin mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt: Je nach Versicherungsmodell ist sie oder er die erste Anlaufstelle.

⚠️ Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn

  • Sie Schmerzen, Fieber oder Ausfluss aus dem Ohr haben;
  • Sie eine Verletzung oder Mittelohrentzündung hatten;
  • der Hörverlust plötzlich auftritt und kein Kontakt mit Wasser war;
  • Sie zusätzlich starken Schwindel haben.

Ein plötzlicher Hörverlust ohne erkennbare Ursache ist ein Notfall: Warten Sie nicht, bis er von selbst vergeht.

Wenn Sie Hörgeräte tragen

Hörgeräteträger haben oft mehr Ohrenschmalz, weil das Gerät den natürlichen Abfluss behindert. Eine gelegentliche Ohrkontrolle bei den Terminen mit Ihrem Hörakustiker hilft, Pfropfen vorzubeugen. Und denken Sie daran, die Hörgeräte jeden Abend zu reinigen und die Cerumenfilter regelmässig zu wechseln.

Der Pfropf ist weg, aber Sie hören immer noch schlechter?

Dann ist es Zeit für eine Kontrolle. Machen Sie den kostenlosen Hörtest oder schreiben Sie mir.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keinen Arztbesuch und keine fachliche Beratung.

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